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Gemeinsam gegen Postraub!

Gemeinsam gegen Postamtschließungen und Personalabbau bei Post und Telekom
 
Vor kurzem drangen geheime Pläne von Personalabbau und Postamtsschließung
der Vorstände von Post und ÖIAG an die Öffentlichkeit.
Einer der Verantwortlichen wurde erst von Finanzminister Molterer
ausgezeichnet: Postchef Anton Wais bekam am 26.06.08 das Große goldene
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik. Dafür, dass er stets "alle
Veränderungschancen im Sinne der Mitarbeiter, der Arbeitsplätze" genutzt
hat. (Heute, 11.11.08, S. 5) Die Veränderungschancen der MitarbeiterInnen
bestehen in einem Stellenabbau sowie der Schließung von 1.000 Postämtern
bis 2015. Die ÖVP verteidigt Wais und den ÖIAG Boss Peter Michaelis: "Von
der Politik erwarte ich mir Besonnenheit. Die zuständigen Manager sind
aufgefordert, ihre Arbeit zu machen", meint Josef Pröll. (ebd.)

Auch wenn die Personalabbau-Pläne beim Gipfeltreffen vom 19.11. relativiert
wurden, bleiben die Pläne des Managements eine Katastrophe für Post und
Telekom. Interessanterweise gilt der beschlossene Stop betriebsbedingter
Kündigungen bis 2009 die Abbaupläne könnten also ab 2010 nachgeholt
werden. Zusätzlich wird es jetzt schon zu ein Abbau aufgrund "vorhandener
Potenziale aus normalen Pensionierungen, hoher Fluktuation und eines seit
August existierenden Sozialplans" kommen. ([www].orf.at, 20.11.08)
Wieviele Menschen dadurch trotzdem ihren Job verlieren, ist unklar. Unklar
ist auch, ob das ursprüngliche Hauptaugenmerk auf den Personalabbau von
BriefträgerInnen noch
aufrecht ist - dabei sollte es sich teilweise um Lohnkürzungen handeln:
Postle rInnen sollen bei Tochtergesellschaften wie der Feibra angestellt
werden und zu niedrigeren Löhnen Briefe austragen. (Der Standard,
11.11.08, S. 3) Der Standard bringt es auf den Punkt: "Die Post gibt ein
bisserl nach (...) Daraufhin wurde der Aufstand der Post-Bediensteten
(...) abgesagt". (20.11.08, S. 24)

Die ursprünglichen Abbau-Pläne würden zu einer Halbierung der
Beschäftigten seit 1999 und Schließung von 88% aller Postämter führen.
Gerade bei der Post ist das Ausmaß der Arbeit in den letzten Jahren enorm
gestiegen. Eine Streichung von Stellen bei der Post wäre nicht ein
schwerer Schlag für die betroffenen KollegInnen, auch für jene
PostlerInnen, die ihre Arbeit nicht verlieren, wäre der Personalabbau eine
große Belastung. Vorsorge getroffen für den Abbau ist laut Raiffeisen
Centro Bank Analyst Bernhard Maurer durch ein 300 bis 400 Mio. Euro Paket
an Rückstellungen bereits.

Immer deutlicher wird erkennbar, dass Liberalisierung und Privatisierung
von öffentlichen Dienstleistungen und Gütern zu einem Debakel
für Beschäftigte und KundInnen führen. Gleichzeitig steigen die Gewinne,
wie sich in der Bilanz der letzten Jahre zeigt (im Vergleich zu 2007):

Beschäftigte:                                    minus 27,5 % (von 35.493 im Jahr 1999 auf 25.764)

Zahl der Postämter:                          minus 47% (von 2.468 im Jahr 2000 auf 1.311)

Gewinn (EBIT vor Zinsen und Steuern):plus 580% (von 28 Mio. im Jahr 2003 auf 163 Mio.)

Dividende pro Aktie:                          plus 275% (von 0,51 EUR im Jahr 2003 auf 1,40 EUR)

Trotz Finanzkrise jubeln die Verantwortlichen über eine Steigerung des
Konzernumsatzes in den ersten drei Quartalen 2008 von plus 7,0% auf
1.784,6 Mio. EUR.

([www].post.at, 18.11.08)

Ein weiterer Personalabbau und eine weitere Schließung von Postämtern kann
nicht hingenommen werden. Postämter sind wichtige Nahversorger, die
regionale Arbeitsplätze sicherstellen. Die Post ist ein öffentliches Gut
und keine Ware, Aktionäre dürfen dabei keine Rolle spielen. Es darf zu
keiner Unterwerfung unter das Liberalisierungsdiktat der EU kommen, welche
die schrittweise Öffnung der Postmärkte vorgeschrieben hat, die 2011 mit
der Totalliberalisierung abges chlossen werden soll.
Das führt dazu, dass sich ein paar private Monopole mit den
Ballungszentren die Rosinen herauspicken und die Post auf den unrentablen
Geschäftsgebieten sitzen bleibt. Die Folgen sind seit einiger Zeit auch in
Österreich spürbar: Postamtsschließungen, Personalabbau, Ausdünnung des
Services, Steigerung der Preise, ...

In der Vergangenheit haben die Personalvertretungen von Post und Telekom
und die GPF viel zu oft Kampfmaßnahmen abgeblasen. Es hat keinen Sinn, auf
die neue "Faymannverordnung zu vertrauen, die eine Postamtschließung
auch nur bis 30.06.2009 aufschieben könnte. Trotz der nun vorliegenden
Abbau-light Plänen des Vorstand, kann die Antwort nur
Betriebsversammlungen und die Einleitung von Kampfmaßnahmen sein. Die
Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Schließung weiterer Postämter!  Die
Postbelegschaft und die GPF hätten im Falle eines Arbeitskampfes weite
Teile der Bevölkerung auf ihrer Seite!

Der ÖGB müsste diese Kampfmaßnahmen mit einem bundesweiten Aktionstag
unterstützen.
 
Gebt dem Vorstand harte Kost:
Gemeinsamer Streik bei Telekom und Post!