Kontextmenü:

Home .  Impressum .  Sitemap .  Login

plattform für kämpferische und demokratische gewerkschaften

Hauptmenü:

Unsere Positionen    Plattform Wien    Plattform OÖ    Unterstützen    Forum    Links   

 
 

Inhalt:

Netzwerktreffen vom 3. November 06


1) KV-Verhandlung bei den Metallern

Die Unternehmer- und GewerkschaftsvertreterInnen haben sich am 2. November doch geeinigt. (Ergebnis ist unten als Download angefügt) Das bedeutet, dass die GewerkschaftsvertreterInnen im Hauptpunkt der Auseinandersetzungen - die für alle Firmen branchenweit einheitliche KV-Erhöhung umfasst nur mehr einen Teil der Erhöhung (im Wesentlichen die Inflation), der Rest orientiert sich an betrieblichen Gegebenheiten (Gewinn) -, weswegen die KV-Verhandlungen zweimal geplatzt sind, umgefallen sind. Die zum Großteil in kämpferischen Tönen abgehaltenen Betriebsversammlungen dienten offensichtlich nicht zur Mobilisierung für den "Eventualfall", Kampfmaßnahmen organisieren zu müssen, sondern eher zum Dampfablassen. So gibt es 2,6 % plus EUR 100,-- (in Betrieben mit Gewinn, sonst nur 2,6 %). Dazu kommt noch eine Verteiloption, d. h. jeder Betrieb kann die generelle KV-Erhöhung auf 2,4 % reduzieren, wenn er gleichzeitig 0,5 % Erhöhung individuell verteilt. Eine große Chance wurde vertan.

Doch das ist anscheinend die neue Taktik (die in ähnlicher Form auch bei der Postprivatisierung bereits angewendet wurde): Zuerst auf den Tisch klopen und kämpferisch tönen, um dann klein beizugeben. Nur solche kampflose Niederlagen demoralisieren am meisten!

Dazu kam auch am 3.11.06 ein Mail von Oliver Jonischkeit:

"Hallo Gerhard,
mir gefällt der ganze Abschluß nicht - ein Kniefall der GMTN vor den Unternehmern. Die Einmalzahlung - natürlich nur bei Gewinn - ist ein Witz, ich komme aus dem Allianz-Konzern und weiß, wie leicht Gewinne "verschwinden" - die großen Konzerne wie VA-Stahl werden zahlen, andere den Gewinn "verschwinden" lassen.
Auch daß jener Anteil, der frei vergeben wird, gestiegen ist, mißfällt mir - einerseits ist die Belegschaft damit der Willkür vor Ort ausgesetzt bzw. wird damit schleichend immer mehr in die Betriebe verlagert.
Verärgerte Grüße aus dem ÖGB
lg
Oliver (GLB)"


2) Gegeninitiativen zum ÖGB-Kongress im Jänner

Wie wir bereits beim gewerkschaftlichen Ratschlag festgestellt haben, ist von einer Erneuerung des ÖGB im Zuge der Reform nicht wirklich etwas zu bemerken. Wir müssen davon ausgehen, dass am ÖGB-Kongress nur kleine Scheinreförmchen zum Absegnen kommen (und in weiterer Folge ev. weitere Fusionen von Teilgewerkschaften), und das ist es. Aus diesem Grund gibt es von mehrerer Seite Überlegungen bzw. schon konkrete Initiativen am oder parallel zum ÖGB-Kongress Aktivitäten zu setzen: Initiative "Wir sind ÖGB", Veranstaltung von Hermann Dworczak in der AK Wien, Initiative von Labournet und Vorschläge von der Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften, gemeinsam etwas zu organisieren. Im großen und ganzen vertreten die vier Initiativen ähnliche Forderungen - nach Demokratisierung der Abläufe und Entscheidungsstrukturen sowie eine Umorientierung in eine kämpferische Organisation zur Verteidigung der Interessen der arbeitenden Menschen. Wir haben daher schon beim gewerkschaftlichen Ratschlag einen Appell formuliert, gemeinsam vorzugehen und die ohnehin nicht sehr schlagkräftigen Kräfte noch mehr aufzuspalten. Doch die Entwicklung scheint nicht dahin zu gehen. Wir haben uns daher darauf verständigt, die weitere Entwicklung abzuwarten in der Hoffnung, dass sich wieder Erwarten doch noch eine Veränderung Richtung Zusammenarbeit ergibt, und beim nächsten Treffen am 15. Dezember (um 17.00 Uhr in den Räumlichkeiten der Werkstatt für Frieden & Solidarität) endgültig zu entscheiden, wie und wo wir uns beteiligen werden.

Außerdem wäre es auch notwendig, wenn sich die kritischen, kämpferischen Kräfte, die zum ÖGB-Kongress delegiert werden, im Vorgehen abstimmen, allenfalls gemeinsame Anträge einbringen etc.

3) Weitere Arbeit im Netzwerk

Wir wollen uns in Hinkunft - soweit es keinen konkreten Anlass für kürzere Intervalle gibt - in Abständen von etwa 1 Monat treffen. Dazwischen soll es "Gewerkschaftliche Rundbriefe" geben, die über Vorkommnisse in Betrieb und Gewerkschaft, aus der Arbeitswelt, auch Antifa (schließlich waren die Gewerkschaften und die Arbeiterbewegung das Hauptangriffsziel der Faschisten und Nazis) berichten sollen. Ich wurde als Koordinator und Versender dafür ausersehen. Auf diesem Weg ersuche ich um Infos, damit diese Rundbriebe auch entsprechend mit Inhalt gefüllt sind. Den ersten Rundbrief werde ich am Freitag versenden.

Mit kollegialen Grüßen

Gerhard Ziegler

 

Bericht zum Gewerkschaftlichen Ratschlag 21.Okt.06

Bericht zur Veranstaltung ÖGB-Krise - Wie weiter? 7.Juli 06




Downloads

>