Kontextmenü:

Home .  Impressum .  Sitemap .  Login

plattform für kämpferische und demokratische gewerkschaften

Hauptmenü:

Unsere Positionen    Plattform Wien    Plattform OÖ    Unterstützen    Forum    Links   

 
 

Inhalt:

1.000.000 prekär Beschäftigte Menschen in Österreich

Ob Teilzeit oder geringfügig Beschäftigte, freie DienstnehmerInnen, Beschäftigte mit Werksverträgen oder befristeten Anstellungen, Leiharbeitskräfte, PraktikantInnen oder Scheinselbstständige.
Ob die Billa-VerkäuferInnen aus dem Burgenland, die mehrere Stunden Mittagspause in Wien totschlagen müssen, die StudentInnen im Call-Center, die HilfsarbeiterInnen, die jede Woche wo anders arbeiten müssen, die ZeitungsverkäuferInnen, oder die Reinigungskräfte. Ob die private SprachlehrerInnen, oder die selbstständigen PflegerInnen

Sie alle
haben mit menschenunwürdigen Arbeitssituationen zu kämpfen
haben meist keine oder nur geringe soziale Absicherung
haben meist keinen Urlaubsanspruch
haben meist keine Ansprüche auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld
haben meist keinen Anspruch auf Kranken- und Arbeitslosengeld
haben meist keinen Schutz durch Kollektivverträge oder Arbeitsrecht
haben meist keine rechtlichen Vertretungen

Während die Unternehmensgewinne und die Managergehälter in astronomische Höhen explodieren, haben sich die prekären Arbeitsverhältnisse in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt und treiben immer mehr Menschen in die Armutsfalle.

Die Wirtschaftskammer jubelt über immer mehr Arbeitsplätze und Firmen-Neugründungen. Was sie bewusst verschweigt, ist die Tatsache, dass der Anstieg der Arbeitsplätze aus der Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitjobs resultiert, und dass der Großteil der neuen Unternehmen 1-Personen-Betriebe sind.

Der jüngsten AlVG-Novelle, der Verlängerung der Arbeitszeit, längeren Ladenöffnungszeiten und der Verschlechterung des Lehrlingsschutzes stehen Senkung der Körperschaftssteuer, Aufhebung der Erbschaftssteuer, Stiftungsrecht und niedrige Lohnabschlüsse gegenüber.

Besonders betroffen von diesen Verschlechterungen sind Frauen. Mehrfachbelastung und fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen und die auf Frauen abgewälzte Pflege von Familienmitgliedern führen dazu, dass mehr als 40 % der beschäftigten Frauen Teilzeit arbeiten müssen.
Dies und die Tatsache, dass Frauen noch immer nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, führen dazu,dass viele Frauen massiv armutsgefährdet sind.

MigrantInnen und junge Menschen, die erst in das Arbeitsleben eintreten oder studieren, sind weitere Gruppen von ArbeitnehmerInnen, die stark unter der Prekarisierung am Arbeitsmarkt zu leiden haben.

Sie befinden sich dann oft in Situationen, in denen sie keine Wahlmöglichkeit haben und froh sind, dass sie überhaupt einen Job bekommen – auch wenn es ein schlecht bezahlter, befristeter mit miesen Arbeitszeiten ist.

Mitverantwortlich für viele dieser Verschlechterungen sind die SpitzenfunktionärInnen aus ÖGB und AK, die diese „Reformen“ mitverhandelt, oder ihnen in den verschiedenen Gremien zugestimmt haben. Trotzdem lobte am 24. Februar neben Wirtschaftskammerpräsident Leitl – von dem es ja zu erwarten ist – auch ÖGB-Präsident Hundstorfer in der Fernsehsendung „Im Zentrum“ die gute Zusammenarbeit der SozialpartnerInnen.
So kanns nicht weitergehen: Wir brauchen kämpferische und demokratische Gewerkschaften


Der heutige Aktionstag ist sehr wichtig. Er darf aber keine Einzelaktion bleiben, sondern muss der Auftakt zu einer groß angelegten ÖGB-Kampagne sein. Der ÖGB muss die unterschiedlichen ArbeitnehmerInnen zusammenbringen!
In vielen Unternehmen (z. B. In der Telekom-Branche) arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Beschäftigungsarten. Diese müssen gemeinsame Betriebsversammlungen abhalten, in denen sie über ihre Forderungen zu Betriebsvereinbarungen und Kollektivverträgen diskutieren und auch die notwendigen Maßnahmen beschlossen werden, um diese Forderungen durchzusetzen. Auch vor Streiks darf nicht zurück geschreckt werden. Wie der Streik der FahrradbotInnen bei Veloce 2004 gezeigt hat, können auch prekär Beschäftigte streiken und damit erfolgreich ihre Forderungen durchsetzen. So wie die GPA diesen Streik unterstützt hat, müssen auch in Zukunft Initiativen, die die Verbesserung von prekären Arbeitsverhältnissen zum Ziel haben, unterstützt werden, bzw. solche Initiativen von der Gewerkschaft initiiert werden.

Mit einigen Verbesserungen kann für alle ein menschenwürdiges Leben mit menschenwürdiger Arbeit ermöglicht werden. Geld ist genug da es ist nur in den falschen Händen!

Wir fordern:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
Urlaubs und Weihnachtsgeld für Alle.
Kollektivverträge für alle Beschäftigten.
Soziale Absicherung für alle Beschätigungsarten.
Kostenlose Kinderbetreuung für jedes Kind.
Umfassende kostenlose Pflege für alle, die sie brauchen.
Wirkliche Reallohnerhöhungen, die sich an der tatsächlichen Teuerungsrate und der Produktivitätssteigerung orientieren.
Rücknahme aller Verschlechterungen im Arbeitsrecht.
Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich.
1.100 Euro netto Mindesteinkommen.

Wir wollen Gewerkschaften die sich an den sozialen Interessen der ArbeitnehmerInnen und der Arbeitslosen orientieren:
GewerkschaftsfunktionärInnen müssen jederzeit wähl- und abwählbar sein.
Delegierte in Entscheidungsgremien müssen in den Betrieben direkt gewählt werden.
KeinE VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen dürfen mehr verdienen, als die Menschen, die sie vertreten.
Wir brauchen Gewerkschaften die bereit sind unsere Interessen mit Urbastimmungen und Kampfmaßnahmen durchzusetzten.


Utopisch? Unfinanzierbar? Die Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften hat sich damit auseinander gesetzt. Unsere Broschüre zur Arbeitszeit kannst Du per e-mail bestellen, oder Dir hier auf unserer Homepage ansehen.